
Damien Wigny
Präsident
Etablissement public Salle de Concerts
Grande-Duchesse Joséphine-Charlotte
Königliche Hoheiten,
Majestät,
Meine Herren Präsidenten,
Exzellenzen,
Meine Damen und Herren,
… und Sie, Madame, Sie, die diesem Konzertsaal Ihren Namen gegeben haben und die Sie heute abend unter uns weilen wie nie zuvor.
Die Philharmonie ist das herrliche Ergebnis einer Politik, die in der Kontinuität von verschiedenen Regierungen getragen und verwirklicht worden ist. Zwar lag dabei der Fokus auf dem Nationalen, doch behielt man stets auch die Großregion und Europa im Blick.
Dieses außergewöhnliche Bauwerk von Christian de Portzamparc, das wirklich mit dem Gewohnten und dem Gewöhnlichen bricht, wird zum Ansehen des Großherzogtums in Europa und in der Welt beitragen. Brunelleschis Domkuppel ist das Wahrzeichen von Florenz, Rom verdankt vieles dem Genie von Bernini, Sydney dem von Jorn Utzon, und Frank Ghery hat Bilbao neues Leben eingehaucht. Ihr Konzertsaal, Herr de Portzamparc, aber auch das Pei-Museum, werden als poetische Markierungen auf den Landkarten von morgen aufleuchten, wenn es gilt Luxemburg zu verorten.
Christian de Portzamparc baut gerne für die Musik, aber hier in Luxemburg hat er darüber hinaus, den Genius Loci vollständig erfasst. In diesem großen Saal, dem Kernstück des Gebäudes, sind die Türme um uns herum umgedeutete Reminiszenzen italienischer Piazze,
die Christian de Portzamparc so sehr mag, aber sie widerspiegeln auch unsere mittelalterlichen Burgen, und im Foyer erinnern die Betonmassen, an jene Felsvorsprünge, die so viele der Pfade in unsern Wäldern überschatten. Gerade sie sind so
wunderbar in der leichten und dichten Kolonnade versinnbildlicht, die das Gebäude umgibt. Und ich könnte ebenfalls vom subtilen Spiel der Höhenunterschiede sprechen, vom luftigen Steg, der uns sozusagen der Schwerkraft enthebt, uns befreit von jeglichen rationalen Gleichgewichtszwängen, und der wie das gesamte Bauwerk dennoch hervorgebracht wird von einer maximal konzentrierten und kontrollierten Reflektion. ... und das Ergebnis? Es entspricht in kongenialer Weise dem Gedanken von Philippe Sollers, demzufolge der Ausgangspunkt großer Architektur eine verzauberte Leere ist.
Meine Damen und Herren Minister, insbesonderem Frau Erna Hennicot-Schoepges, die Sie verantwortlich für diese Baumaßnahme gezeichnet haben, haben Sie Dank. Dank auch den zuständigen Verwaltungen und all jenen, die in irgendeiner Weise an der Verwirklichung des Projekts beteiligt gewesen sind: dank Ihrer ist
es uns gegeben, Kunst zu leben.
Es liegt nun an uns, den Verantwortlichen der Philharmonieverwaltung, aus dieser Kulturinfrastruktur einen lebendigen Ort des Entdeckens zu machen. Ich bin stolz auf das kleine, aber äußerst kompetente und enthusiastische Team um Matthias Naske. Ich zweifele in keiner Weise am Erfolg dieser Eröffnungswoche. Das Programm der kommenden Saison wurde bei seiner Vorstellung von den Kommentatoren im höchsten Maße gelobt. Aber damit nicht genug, von uns wird mehr erwartet.




















