EME Stiftung
 
 
back to the future rainy days 2010
19.–28.11.2010

Musik ist eine Zeitmaschine. Mit dieser so einfachen wie plausiblen Grundannahme bringt Sie das Festival rainy days 2010 unter dem Motto «back to the future» spielend vom 21. ins 15. Jahrhundert (und wieder zurück, wenn auch eventuell mit erweitertem Hörvermögen). Jeder Besuch in der Vergangenheit kann allerdings die Zukunft nachhaltig beeinflussen (das gilt insbesondere für Komponisten). Die musikalischen Zeitreisen können zu starken Kontrastwahrnehmungen führen (etwa wenn Arditti Quartet und Auryn Quartett Haydns Sieben letzte Worte und deren Verarbeitung durch Bernhard Lang gegenüberstellen). Seltsame Begegnungen sind nicht auszuschließen (etwa wenn Nicolas Hodges, Brice Pauset und Johannes Ockeghem sich zwischen Gegenwart und Mittelalter bei der Kunst der Fuge treffen). Mit Aha-Erlebnissen ist zu rechnen (beispielsweise wenn Helmut Lachenmann im OPL-Konzert die Verbindung zwischen Mozarts Klarinettenkonzert und seinem Orchesterstück Accanto hörbar macht). Manches beim ersten Hinhören Futuristische klärt sich ganz von selbst (etwa beim vier Jahrhunderte umspannenden Récital-Abend an Lachenmanns 75. Geburtstag). Natürlich bleiben viele Fragen offen (auf Jacques Rebotiers Versuche, brieflich in Kontakt mit Ludwig van Beethoven zu treten, lag bis Redaktionsschluss keine Antwort vor). Aber einige Blicke in die Zukunft sind bereits sehr vielversprechend – schließlich konnten mit John Oswald, Philip Jeck, Wolfgang Mitterer und DJ Spooky einige der versiertesten musikalischen Zeitreisenden für die rainy days 2010 gewonnen werden.
» rainydays.lu