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04. Juni 2021

«Niemand hält die Musik auf»

von Lydia Rilling

Chefdirigent des Orchestre Philharmonique du Luxembourg

Gustavo Gimeno


Gustavo Gimeno im Gespräch mit Lydia Rilling

 

Zu den vielen Tugenden von Gustavo Gimeno zählt es, stets das Positive einer Situation zu sehen. Und so beginnt er auch das Gespräch während einer Probenwoche inmitten der Pandemie: «Ich bin so glücklich, auftreten zu dürfen. Bei jeder Probe und jedem Konzert fühle ich eine unermessliche Freude. Am Anfang dachten wir, es sei unmöglich, mit den ganzen Einschränkungen zu spielen. Aber gemeinsam haben wir es viel besser geschafft, als wir es je gedacht hätten. Das ist eine beglückende Erfahrung: ganz gleich ob es Masken, physische Distanz usw. gibt, wir spielen und niemand hält die Musik auf. Das sind berührende Aspekte in diesem dramatischen Kontext.»

Doch dann schaut Gimeno voraus auf die nächste Saison. Jedes Konzert mit dem Orchestre Philharmonique du Luxembourg hat für ihn sowohl in Hinblick auf die Programme als auch die künstlerischen Partner eine besondere Bedeutung. Eröffnet wird die kommende Spielzeit mit dem Ballett Der Feuervogel von Igor Strawinsky: «Wir werden das Ballett in seiner Gesamtlänge – und nicht nur die Suite – einspielen und damit ein neues aufregendes Kapitel beginnen, nämlich die Zusammenarbeit mit dem renommierten Label harmonia mundi. Während der letzten Monate haben wir mit dem Label viele Pläne geschmiedet, und mit Strawinsky beginnt es.»

Im Januar 2022 wird die Pianistin Beatrice Rana zum ersten Mal mit ihm und dem OPL konzertieren: «Ich bewundere sie sehr und habe bereits mehrmals an anderen Orten mit ihr musiziert, aber noch nie hier. Das war ein lang gehegter Wunsch von mir, und nun werden wir mit ihr auch auf unsere inzwischen traditionelle Tour in Spanien gehen.»

Auch in der nächsten Saison wird Gimeno rote Fäden der letzten Jahre weiterspinnen: «Es gibt diese große Affinität und Geschichte des Orchesters mit französischer Musik, wobei bestimmte Komponisten fehlen. Deshalb ist es so wichtig, dass wir Messiaen spielen. Und nach mehreren Opernproduktionen mit Rossini und Verdi führen wir nun Puccinis Messa auf.»

Seit 2015 ist Gimeno Chefdirigent des Orchesters. Die sechs gemeinsamen Jahre haben für ihn deutlich Früchte getragen: «Wir sind nun gemeinsam auf einem höheren Level und ein besseres Team als je zuvor. Auch wenn man bei jedem Projekt gewissermaßen wieder neu anfängt, sind wir doch viel schneller viel weiter und spielen die Konzerte auch auf einem immer noch höheren Niveau.» Bis 2025 wird Gimeno das Orchester leiten, und er hat so viele Pläne, dass es zweifellos vier erfüllte Jahre werden.

 
 

Titelfoto: Marco Borggreve

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