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28. Mai 2020

Vincent Peirani, barfuß nach den Sternen greifen

von Charlotte Brouard-Tartarin

Lange Zeit haftete dem Akkordeon das Image des antiquierten Charmes der Bals musette an. Doch längst hat sich das Instrument in anderen musikalischen Genres seinen festen Platz erobert. Dass diese Tatsache niemand mehr in Frage stellt, ist Interpreten wie Vincent Peirani zu verdanken. Klassisch ausgebildet, hinterlässt der umtriebige Musiker seine unverwechselbaren Spuren seit fast zwanzig Jahren: als vielbeachteter Sideman von Daniel Humair, Michel Portal und Youn Sun Nah oder als Schauspieler in einem Film von Mathieu Amalric ist er auch selbst Triebfeder origineller Projekte, die unterschiedliche Einflüsse verbinden. Seine Residenz an der Philharmonie Luxembourg in der Saison 2020/21 steht im Zeichen dieser Vielfalt, die ihn auszeichnet.

Den Auftakt der Residenz gibt er im Duo mit seinem treuen Partner Émile Parisien, der auf dem Sopransaxophon mit Bescheidenheit wie Virtuosität brilliert. Dieses Mal widmen sie ihre ebenso intime wie herzliche musikalische Begegnung dem Tango. Später treffen sie innerhalb einer Quintettbesetzung wieder aufeinander, die unter dem Titel «Living Being» den Bogen über ein Repertoire spannt, das von Led Zeppelins «Stairway to Heaven» bis zu King Arthur von Henry Purcell reicht.

An der Seite des Posaunisten Nils Landgren, des Pianisten Michael Wollny und des Orchestre Philharmonique du Luxembourg geht die Saison mit einem Abend zu Ende, wie ihn nur die Reihe «Aventure+» bietet. Sehr groß von Statur wie Begabung, spielt Vincent Peirani gern barfuß – so als ob diese Erdung ihn noch besser nach den Sternen greifen ließe.

 

Titelfoto: JP Retel

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