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18. April 2018

Yuja Wang - Musik braucht Wagemut

von Charlotte Brouard-Tartarin

Yuja Wang liebt es, da aufzutauchen, wo man sie nicht erwartet. Mit Freude umgeht sie genau jene Pfade, die für sie vorgezeichnet scheinen. Die junge chinesische Pianistin ist einfach eine Künstlerin auf der Höhe des 21. Jahrhunderts. Ihr Programm als Artist in residence an der Philharmonie Luxembourg zeigt ein Jahr lang genau diese Mischung von Originalität und Lebendigkeit.

Als Wunderkind in einer Musikerfamilie großgeworden, verlässt Yuja Wang im Alter von 14 Jahren ihre chinesische Heimat, um zunächst nach Kanada und dann in die USA zu gehen. Dort wird sie am renommierten Curtis Institute of Music in Philadelphia aufgenommen, wo sie – genau wie einige Jahre zuvor ihr berühmter Landsmann Lang Lang – bei Gary Graffman studiert. Schon vor dem Erreichen des Diploms wird ihr großes Talent als Pianistin bekannt. Im März 2007 erlangt sie dann schlagartig  internationale Berühmtheit, als sie für Martha Argerich einspringt. Es folgen eine Reihe von herausragenden Konzerten mit namhaften Künstlern, triumphale Tourneen und von der Kritik gefeierte Einspielungen.

  • Yuja Wang & Mahler Chamber Orchestra Yuja Wang & Mahler Chamber Orchestra
  • Yuja Wang & Mahler Chamber Orchestra Yuja Wang & Mahler Chamber Orchestra
  • Yuja Wang & Mahler Chamber Orchestra Yuja Wang & Mahler Chamber Orchestra
  • Yuja Wang & Mahler Chamber Orchestra Yuja Wang & Mahler Chamber Orchestra
  • Yuja Wang & Mahler Chamber Orchestra Yuja Wang & Mahler Chamber Orchestra
  • Yuja Wang & Mahler Chamber Orchestra Yuja Wang & Mahler Chamber Orchestra
  • Yuja Wang & Mahler Chamber Orchestra Yuja Wang & Mahler Chamber Orchestra
photos: Geoffroy Schied

Die Pianistin macht sich ein umfassendes Klavierrepertoire zu eigen – Konzerte, Sonaten und  Kammermusikwerke von Bach über Brahms, Albéniz, Gershwin und Fauré bis zu Strawinsky, um nur einige zu nennen. Erfahrungshungrig, scheint für sie keine Herausforderung zu groß zu sein: Im November 2017 leitet sie erstmals vom Klavier aus das Mahler Chamber Orchestra.

«Das ist eine geistreiche Musikerin, die weiß, was es heißt, eine Phrase zu modulieren, eine Klangmalerin, deren Palette insbesondere in den Bereichen des Unmerklichen umwerfend ist.» (Le Monde)

Im ersten Konzert als Artist in residence präsentiert Yuja Wang das Klavier in einer Konstellation, die in der Philharmonie selten zu erleben ist. Die Pianistin trifft auf gleich vier Perkussionisten, darunter Martin Grubinger junior und senior. Die fünf Musiker präsentieren mitreißende Transkriptionen zweier Schlüsselwerke des 20. Jahrhunderts. Anfang 2019 sind es abermals unerwartete Partner, mit denen Yuja Wang nach Luxemburg kommt, wenn sie sich die Bühne teilt mit dem gefeierten Musik-Comedy-Duo Igudesman & Joo für einen Abend voller Überraschungen, wie sie diese beiden zu servieren wissen. Ohne Zweifel verspricht dies eine perfekte Mischung aus Wangs Spontaneität und Virtuosität auf der einen und dem bezaubernden musikalischen Witz der beiden Komödianten auf der anderen Seite.

Die nächste Begegnung mit der Künstlerin findet in «traditionellerer » Konzertform statt, ist aber trotzdem nicht weniger außergewöhnlich, allein schon weil mit Sergej Prokofjews Fünftem Klavierkonzert eines der Lieblingswerke der Pianistin auf dem Programm steht. Eine tiefe Leidenschaft hegt sie für die «sarkastischen und rebellischen» Seiten des Œuvres des Komponisten. Einem weiteren russischen Meister, Dmitri Schostakowitsch und seinem Zweiten Klavierkonzert, widmet die Pianistin einen Teil ihres letzten Auftritts dieser Saison auf der Bühne des Grand Auditorium. Mit dem Orchestre Philharmonique du Luxembourg und dessen Chefdirigenten Gustavo Gimeno spielt sie außerdem Maurice Ravels Konzert für die linke Hand. Die Saison klingt mit einer Tournee aus, die die Künstler unter anderem nach Deutschland und in die Türkei führt.

Was wäre Exzellenz ohne Neugier? Jede Darbietung von Yuja Wang am Klavier scheint diese Frage klar zu beantworten, und auch jene in der Philharmonie Luxembourg werden wieder beweisen, wie entscheidend Offenheit für brillantes Musizieren ist.

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