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Gilberto Gil, Gal Costa, Nando Reis
photo: Alfonso Salgueiro

 

Vom Süden zum Norden Amerikas

Charlotte Brouard-Tartarin

 

Der Herbst 2021 steht im Zeichen der Debüts der Altmeister: die Saxophonisten Anthony Braxton und Charles Lloyd sind erstmals auf der Bühne der Philharmonie zu erleben – im Alter von 76 bzw. 83 Jahren. Braxton bereichert als Nestor des Free Jazz und produktiver Komponist mit seiner radikalen Kreati-vität das Festival rainy days. Lloyd war wie Braxton ebenfalls bereits in den 1960er Jahren ein Protagonist der Jazzgeschichte und präsentiert nun seinen spirituell gefärbten Klang im Grand Auditorium.

Mit Gilberto Gil, einer musikalischen Gallionsfigur Brasiliens, gastiert im Rahmen des Festivals atlântico am 10.10. ein weiterer Doyen in der Philharmo-nie. Neben Caetano Veloso und Chico Buarque zählt er zu den zentralen Figuren der Música Popular Brasileira (MPB), die sich in den 1960er Jahren unter dem Einfluss der Bossa Nova entwickelte. Auch das erzwungene Exil während der Diktatur hinderte ihn nie daran, seine Kunst in den Dienst seines politischen und sozialen Engagements zu stellen. Nach seiner Rückkehr bekleidete ­Gilberto Gil sogar den Posten des Kulturministers in der Regierung von Lula da Silva. Dieser unermüdliche Freiheitskämpfer hat nichts von seiner Energie verloren und seine Tourneen in Europa bleiben lang erwartete Ereignisse.

Auf dieser Seite des Atlantiks nicht weniger rar macht sich die US-amerikanische Pianistin und Komponistin Maria Schneider, die nach ihrem ­letzten Auftritt vor elf Jahren am 05.02. in die Philharmonie zurückkehren wird. Schneider war Assistentin von Gil Evans bis zu dessen Tod 1988 und gründete in jenem Jahr ihr inzwischen als Maria Schneider Orchestra bekanntes Ensemble. Ihr ausgeprägter Personalstil macht sie heute zu einer der anerkanntesten Komponistinnen für Jazz- Ensembles.