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Benjamin Britten

 

God Save The Music

Charlotte Brouard-Tartarin

 

Für manche ist das Vereinigte Königreich die Heimat des Rugby; für andere der Boden für guten Whisky oder eine atemberaubende Landschaft. Für Musikliebhaber ist es das Land einer reichen Geschichte und lebendigen Kultur der Musik.

Begeben wir uns zunächst ins 17. Jahr­hundert und begegnen Henry Purcell, gesungen von Jakub Józef Orlin´ski und Joyce DiDonato. Letztere ist auch in Georg Friedrich Händels ­Theodora zu erleben – einem Werk jenes deutschen Komponisten, der in ­England ungemein erfolgreich war und durch seinen Lebenslauf zum vor­zeitigen Europäer wurde. Aus seiner Feder stammt auch das Oratorium L’Allegro, il Penseroso ed il Moderato, das Les Arts Florissants interpretieren und dessen italienischer Titel verbirgt, dass sein Text von dem englischen Dichter John Milton geschrieben wurde.

Auch wenn dies zweifellos kein Allein­stellungsmerkmal britischer Musik darstellt, zieht sich die besondere Verbindung zu William Shakespeare durch die Musikgeschichte, wie Rolando Villazón hören lässt. Der frankophile Benjamin Britten vertonte hingegen Arthur Rimbauds Gedichte Les Illuminations, denen sich Sabine Devieilhe widmet. Gleich zwei Mal steht Brittens The Young Person’s Guide to the Orchestra in der nächsten Saison auf dem Programm. Seit seiner Urauf­führung 1946 sorgt dieses sympho­­nische Werk für Begeisterung bei Groß und Klein. Und schließlich verfügt Großbritannien über eine alte und in der ganzen Welt bekannte Chor­tradition, die besonders im Umfeld der Kathedrale und Universität von Cambridge gepflegt wird und deren wichtiger Pfeiler der Choir of St John’s College Cambridge ist. Thomas ­Trotter steht an der Seite des Chores wiederum für die ausgeprägte Orgeltradition der Inseln.

Auf der Bühne des Grand Auditorium geben sich in der Saison 2021/22 noch weitere herausragende Interpreten der musikalischen Landschaft Großbritanniens die Ehre: mehrfach das London Symphony Orchestra unter Leitung von Sir Simon Rattle, das Scottish Chamber Orchestra sowie das Chamber Orchestra of Europe, das in London beheimatet ist. Inte­ressanterweise wartet das Orchestre Philharmonique du Luxembourg im Gegenzug mit Musik aus dem Vereinigten Königreich auf, indem es unter dem britischen Dirigenten Andrew Manze Edward Elgars ­Symphony N° 1 erklingen lässt oder das neue Violinkonzert von Thomas Adès. Die Pianistin Tamara Stefanovich schließlich bringt neue Werke der Komponisten Emma-Ruth Richards und Martin Suckling zur Uraufführung. Das Bild wäre unvollständig ohne den Londoner Damon Albarn oder den Nordiren Neil Hannon, Sänger von The Divine Comedy, die als Autoren-Komponisten-Interpreten ihren Beitrag auf einem eher populären Feld leisten. Vom Trafalgar Square zur Place de l’Europe, die Geschichte der britischen Musik und ihrer fruchtbaren europäischen Beziehungen hört nicht auf, sondern entwickelt sich stetig weiter.

 
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