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29 August 2021

Skurrile Pfeifengeheimnisse und hilfreiche Tricks

von Tatjana Mehner

Wer hätte sich im Orgelkonzert nicht schon einmal heimlich die Frage gestellt, ob der Mann oder die Frau auf der Orgelbank wirklich mit jeder einzelnen Pfeife etwas anzufangen weiß, oder gar, ob diese tatsächlich alle gebraucht werden. Immerhin sind es im Grand Auditorium der Philharmonie 6.768 Pfeifen. Die Frage wird in der Regel heruntergeschluckt, schließlich möchte man weder als Orgelbanause noch als ungebildet dastehen. Doch eigentlich ist das ein Fehler, denn es ist wirklich keine Seltenheit, dass Orgelbauer des visuellen Eindrucks wegen Pfeifen in den Orgelprospekt einbauen, die nicht ins Orgelwerk gehören, die also nicht unmittelbar gespielt werden. Und auch zu den Geheimnissen der Philharmonie-Orgel gehört genau eine solche Pfeife. Doch natürlich hätte dieses Geheimnis nicht einmal ansatzweise seinen Reiz, wenn es nicht wenigstens Einen gäbe, der die Pfeife kennt und zu finden weiß. In Luxemburg ist das Léon Marx, der sie kennt und für Erklärungen zur Präsentation des Instruments auch schon einmal herausholt.
Der Verantwortliche für die Haustechnik der Philharmonie gehört nicht nur zu den längsten, sondern mit Sicherheit auch engsten Vertrauten der Schuke-Orgel. Letztlich war die Tatsache, dass es sie dort geben würde, für den gelernten Industrietechniker und passionierten Hobbymusiker, der seine Freizeit auf so mancher Luxemburger Orgelbank verbringt, ein zentrales Motiv, sich Anfang 2004 um die ausgeschriebene Stelle zu bewerben. So hat er die Königin, die inzwischen im Teenager-Alter ist, nicht nur von den Kinderschuhen an begleitet, sondern war auch schon Zeuge ihrer schweren Geburt und versteht es trefflich, aus dem Nähkästchen zu plaudern – von kleinen Wehwehchen und größeren Missgeschicken und natürlich von jenen Capricen, die den Charakter genau dieses Instruments ausmachen.