Discovery Nights
Führung, Apéritif, und dann Konzert! Gelangen Sie in den Backstage-Bereich der Philharmonie und bereichern Sie den Abend um einen prickelnden Moment der Geselligkeit.
Sie finden Komponisten langweilig und verstaubt? Wetten, dass Sie beim Lesen dieser knackigen Biografien Ihre Meinung noch mal überdenken.
Kaffeefreaks, Studienabbrecher, Partylöwen, Superdads, Powermoms, Kriegsveteranen, Geflüchtete: Die Männer und Frauen, die die Musikgeschichte prägten, waren gar nicht so konventionell, wie Sie vielleicht vermutet haben. Auf dieser Seite enthüllen wir ihre weniger bekannten (und oft wilden!) Seiten und verraten Ihnen, wann sie das nächste Mal in der Philharmonie zu erleben sind.
Frommer Kirchenorganist, Hofkomponist und Meister des Kontrapunkts. Aber auch genialer Cembalist, Bratschist, Violinist und Chorleiter. Bescheiden und fleißig. Komponierte über 1000 Musikstücke und zog 20 (!) Kinder groß. Zog gern mit Freunden durch Leipziger Kneipen – wenn er Zeit hatte
Deutscher Pianist und Komponist, bekannt für sein aufbrausendes Temperament. Dickköpfiger Romantiker mit Hang zu unglücklichen Liebesgeschichten. Revolutionierte die klassische Musik trotz seiner Ertaubung. Komponierte einige seiner berühmtesten Werke allein dank seines musikalischen Gedächtnisses.
Leidenschaftlicher Franzose. Komponist, obwohl sein Vater wollte, dass er Arzt wird. Hasste Regeln und setzte sich über Grenzen hinweg. Oft einsam, weil sich seine Pariser Zeitgenossen wegen seiner Neuerungen von ihm abwandten. Komponierte seine Werke mit Leib und Seele sowie einem Hang zu Dramatik – wie lebendige Filmmusik.
Ernst. Konservativ. Verdiente schon früh sein Geld mit Musik, um seine bescheidene Familie zu unterstützen. Wurde von Robert Schumann gefördert. Verliebte sich in seine Ehefrau Clara. Äußerst selbstkritisch trotz offensichtlicher Erfolge – brauchte fast 22 Jahre, um seine erste Symphonie zu beenden! Pflegte innige Beziehungen zur Natur und seinen Freunden und liebte starken Kaffee.
Französischer Komponist. Charmeur und Verführer, liebte es zu reisen. Kirchenorganist und Professor am Pariser Konservatorium. Unter seinen Schülern: Maurice Ravel und Nadia Boulanger. Berühmt für seine Pavane, die viele «Beruhigende klassische Musik»-Playlists anführt. Ertaubte am Ende seines Lebens.
Ungarischer Modernist mit einer Vorliebe für kurze, dichte Werke. Literaturliebhaber. Klavier- und Kammermusiklehrer. Von Béla Bartók und Anton Webern inspiriert. Spielte oft im Duett mit seiner Frau. Wurde spät in seinem Leben berühmt.
Vater der musikalischen Avantgarde des 20. Jahrhunderts. Experimentierfreudig. Von Mechanik und Maschinen fasziniert. Wurde zum Arbeitsdienst gezwungen, seine Familie nach Auschwitz deportiert. Floh später vor der kommunistischen Unterdrückung in Ungarn in einem Postzug nach Österreich. Seine Musik ist in Stanley Kubricks 2001: A Space Odyssey zu hören.
Berühmter Dirigent, aber seiner Zeit unterschätzter Komponist. Introspektiv und sinnsuchend. In seinen epischen Symphonien beschäftigte er sich mit den großen Fragen des Lebens. Verehrer Richard Wagners und äußerst innovativ. Konnte launisch und autoritär sein, nahm aber dennoch Menschen für sich ein. Wanderte gern und liebte die Natur.
In Salzburg geboren. In Wien berühmt geworden. Vom Wunderkind zum Starkomponisten. Unermüdlich beim Arbeiten und Feiern. Starb jung, aber ließ nichts unversucht: Opern, Symphonien, Konzerte, Kirchenmusik, Serenaden… Er komponierte über 600 Musikstücke!
Rebellisch. Innovativ. Begann im Alter von 6 Jahren zu komponieren und sorgte als Jugendlicher mit seinen modernen Werken für Aufsehen. Floh nach der Oktoberrevolution, kehrte später zurück und wurde zu einer von Moskau kontrollierten sowjetischen Ikone. Betrügerisch als Ehemann, nur seiner Kunst blieb er treu. Weltberühmt wurde er dank seiner Begabung als Geschichtenerzähler mit Meisterwerken wie Peter und der Wolf oder dem Ballett Romeo and Juliet.
Gebürtiger Russe, ließ sich in Beverly Hills nieder. Virtuoser Pianist, der sich früh der Komposition zuwandte. Extrem schüchtern und trotz seines Talents lebenslang von Selbstzweifeln betroffen. Gilt als «der letzte Romantiker»: Seine Musik brennt vor Leidenschaft. Man schreibt ihm die größten Hände der Musikgeschichte zu.
Französischer Komponist mit baskischen Wurzeln. Veteran des 1. Weltkriegs. Dandy und Lebemann. Komponierte mit kindlicher Unschuld, Nostalgie und modernem Touch. Sein Bolero wurde nicht nur im Eiskunstlauf weltberühmt. Ravels Klaviermusik inspirierte Kris Bowers zum Soundtrack für die Netflixserie Bridgerton!
Komponist und Musikkritiker, im Herzen Poet. Brach sein Jurastudium ab, um sich der Musik zu widmen. Glücklich mit der berühmten Pianistin Clara Schumann verheiratet. Familienmensch. Träumer. Litt (und starb letztendlich) an einer schweren psychischen Erkrankung. Ein Meister der Melodie: Seine Lieder sind zeitlos.
Kühner Komponist und Pianist. Lebte in Angst um sein Leben unter Joseph Stalin und dessen Nachfolgern. Wurde vom geschätzten Komponisten zur Persona non grata, was ihn psychisch stark belastete. Noch heute gilt er weltweit als der bedeutende Symphoniker des 20. Jahrhunderts.
Deutscher Dirigent und Komponist. Freund der Philosophie und Dichtung. Berühmt für seine vielseitigen und farbenfrohen Stücke, die Geschichten lebendig werden lassen. In seiner Freizeit war er Wanderer, Schlittschuhläufer und begeisterter Kartenspieler. Hipster können von ihm lernen, wie man einen Schnurrbart trimmt.
Einer der produktivsten Komponisten der Moderne. Wuchs bis zu seinem Exil in Russland auf. Lebte in der Schweiz, Frankreich und den USA. Berühmt für seine bahnbrechende – und kontroverse – Ballettmusik. Komponierte sogar ein Stück für eine Truppe tanzender Elefanten. Unverbesserlicher Katzenmensch. Später großer Scrabble-Fan.